Weihnachtsmarktbesuch

Internationale Familien, bestehend aus Neubürgern,
besuchten den Weihnachtsmarkt in Bad Münster am Stein.

-von-

Philipp Erdmann, Organisator und Integrationslotse

01.12.2018

          Internationale Familien, bestehend aus Neubürgern, 

      besuchten den  Weihnachtsmarkt in Bad Münster am Stein.

            Am 01.12.2018 wurde der Besuch durchgeführt.

 

In Deutschland ist es ein Brauchtum, dass man mindestens einen Weihnachtmarkt vor den Feiertagen besucht und sich so auf die kommenden Festtage einstimmt. Wegen einer guten Integration und Völkerverständigung wollte ich den von mir betreuten Flüchtlingsfamilien zeigen, wie man sich in Deutschland in der dunklen Jahreszeit auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen kann. Für mich ist es ein großes Anliegen, dass bei allen Unternehmungen auch ein Lerneffekt für die Erwachsenen und Kinder dabei sein muss…

Durch mehrere Institutionen (Integrationspauschale der Bundes und unter Mithilfe der VG Rhein-Nahe, sowie dem Ortsbürgermeister von Münster-Sarmsheim, dem Rotary Club Bingen und der Beauftragten für Integration und Migration, Frau Petric, von der Kreisverwaltung Mainz-Bingen) habe ich ein beachtliches Budget erhalten, so dass ich mit 7 Familien den Weihnachtsmarkt besuchen konnte.

Treffpunkt war der Hauptbahnhof in Bingen und der Bahnhof in Münster-Sarmsheim. Ich hatte diesen Weihnachtmarkt ausgewählt, weil er mitten im Kurpark liegt und noch recht überschaubar ist und eine besondere Atmosphäre bei anbrechender Dunkelheit hat.

 

Als ich der Beauftragten für Integration und Migration von meinem Vorhaben erzählte, fand sie meine Idee so gut, dass sie mir sofort ihre Unterstützung anbot.  Sie stellte mir weitere Mittel zur Verfügung, damit noch mehr Familien mitfahren konnten. Ursprünglich wollte ich nur mit 3 syrischen Familien hinfahren. Sie hatte die Idee, mit der Schulleitung der Realschule plus Am Scharlachberg Kontakt aufzunehmen, damit diese Schule uns Familien vorschlägt. So konnten wir weitere Familien einladen.

Die Endauswahl ist uns nicht leicht gefallen, da wir vor allem sozial schwache und Flüchtlings-Familien einladen wollten. Ich wusste noch nicht, ob es weitere jüngere oder ältere Geschwister in den Familien gab, oder ob überall beide Eltern vorhanden waren.  Deshalb war ich bei jeder ausgesuchten Familie, stellte den 1. Kontakt her und habe dort unser Anliegen vorgetragen.

Eines erstaunt mich immer wieder, in jeder Familie wurde ich herzlich und mit einer für uns deutsche MitbürgerInnen ungewohnten Gastfreundlichkeit empfangen. Ja, es war schon fast eine familiäre Zusammengehörigkeit, obwohl ich einige Familien bisher noch nie gesehen hatte…

Und somit wurde die angedachte Gruppe dann größer als geplant. Meine bunt zusammengewürfelte, internationale Familiengruppe kam aus Algerien, Bolivien, Deutschland, Slowenien, Pakistan und Syrien mit 18 Kindern und Jugendlichen.

Die Kinder fanden schnell zueinander, bei den erwachsenen Personen dauerte es etwas länger. Bis auf 3 Familien haben sie sich nicht gekannt.

Am Eingang zum Weihnachtmarkt gab es jetzt die bisher von mir zurückgehaltene Überraschung für alle: Für jeden Teilnehmer gab es ein Taschengeld von10 €. Verwundert wurde ich angeschaut und die Kinder hat es sogleich erfreut. Und nun kam der Lerneffekt: Die großen Kinder durften ohne ihre Eltern, mit der von mir organisierten Betreuung, über den Weihnachtsmarkt schlendern und ihre 10 € ausgeben. Dafür hatten sie etwa 2 Stunden Zeit. In kleinen Gruppen ging es los. Sie sollten lernen, wie schnell man Geld loswerden kann, denn das Ambiente auf dem Weihnachtmarkt hat eine große Anziehungs- und Kaufkraft auf alle Besucher. Diese Taktik war von großer Wirkung

die Kinder hatten schnell ihr Geld ausgegeben. Um 18:00 Uhr haben wir uns allesamt wieder getroffen und auf dem Weg zum Bahnhof, kam ein Wehklagen von einigen Kindern, dass ihr Geld viel zu schnell alle war. Auffällig war auch das herzliche Dankeschön für diesen Nachmittag und das kam nicht nur von den Eltern…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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